INFOS 2017-06-30T15:39:51+00:00

NÜTZLICHE INFORMATIONEN

Rheumatismus oder der umgangssprachliche Begriff Rheuma hat seinen Ursprung im Altgriechischen und stammt von ′rheo = ich fliesse′. Die Gemeinsamkeit aller hinter diesem Begriff stehenden Krankheiten ist der fliessende, reissende oder ziehende Schmerz.

So werden also in der Rheumatologie alle Krankheitsbilder zusammengefasst, deren Gemeinsamkeit der Schmerz am Bewegungsapparat ist. Zum Bewegungsapparat zählen Gelenke und Knochen sowie die dazugehörigen Weichteile wie Muskeln, Sehnen und Bänder. Teilweise haben die Krankheitsbilder ihren Ursprung jedoch nicht am Bewegungsapparat. Ein weiteres Merkmal ist die Tatsache, dass verschiedene Krankheitsbilder häufig schwer voneinander abgegrenzt werden können.

Rheuma ist die Volkskrankheit Nummer 1 in der Schweiz, so leidet jede 5. Person in der Schweiz unter rheumatischen Beschwerden. Fast jedermann ist im Laufe des Lebens mit einer Episode von rheumatischen Beschwerden betroffen, etwa 300‘000 Personen in der Schweiz leiden an chronischen Beschwerden, die teilweise mit Behinderung und Pflegebedürftigkeit einhergehen. Die häufigsten Krankheitsbilder sind Rückenschmerzen, Abnützungserscheinungen (Arthrose), Arthritis (Gelenksentzündung), Weichteilerkrankungen und Osteoporose. Zwar sind häufig ältere Personen betroffen, insgesamt ist Rheuma aber keine Alterserscheinung, so treten viele Krankheitsbilder auch bei jüngeren Menschen oder gar Kindern auf.

Man unterscheidet 4 Hauptgruppen von insgesamt über 200 rheumatischen Erkrankungen:

  • Entzündliche Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen (z. B. Gicht, rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Lupus erythematodes, u.v.a.)
  • Degenerative bzw. abnützungsbedingte Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen (z. B. Kniearthrose, Bandscheibenvorfall, enger Spinalkanal, u.v.a.)
  • Weichteilrheumatismus (z. B. lokalisierte Weichteilprobleme wie Tennisellbogen, Fibromyalgie, Syndrom der Überbeweglichkeit, Carpaltunnelsyndrom, u.v.a.)
  • Knochenerkrankungen (z. B. Osteoporose)

Osteoporose ist die Krankheit der brüchigen Knochen.

Gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Osteoporose wie folgt definiert: Krankheit des gesamten Skeletts, die sich durch niedrige Knochenmasse und eine Beeinträchtigung der Mikroarchitektur des Knochengewebes auszeichnet, zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit und einem erhöhten Bruchrisiko führt.

Am häufigsten betroffen von Knochenbrüchen sind die Wirbelkörper, der hüftgelenksnahe Oberschenkelknochen (u.a. Schenkelhalsfraktur), die handgelenksnahe Speiche (distale Radiusfraktur) und der Oberarmkopf (subkapitale Humerusfraktur).

Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung und somit in der Schweiz zunehmenden Anteil von betagten Personen steigt der Stellenwert der Osteoporose in unserem Land stetig an. Heutzutage muss jede 2. Frau und jeder 5. Mann über 50 damit rechnen, im weiteren Leben einen osteoporotischen Bruch zu erleiden. Die Osteoporose versursacht wegen den häufigen Spitalaufenthalten dann auch hohe Kosten für das schweizerische Gesundheitssystem.

Als Basis der Therapie sollte täglich genügend Kalzium und Vitamin D eingenommen werden. Häufig liegt die durch Nahrungsmittel aufgenommene Kalzium-Einnahme aber unter der empfohlenen Menge, so dass hierfür Kalzium-Tabletten nötig sind. Das Bruchrisiko wird durch Kalzium aber nur gesenkt, wenn auch genügend Vitamin D vorhanden ist, doch auch diesbezüglich besteht bei älteren Leuten häufig ein Mangelzustand, da es nur sehr schwierig mit der Nahrung einzunehmen ist. Deshalb erfolgt meist eine Verschreibung von Kalzium in Kombination mit Vitamin D. Die weitere medikamentöse Therapie der Osteoporose richtet sich nach dem individuellen Bruchrisiko (ein Teil davon stellt die Knochendichtemessung dar), welches bei jedem Patienten im Rahmen der Abklärungen erhoben wird. Schlussendlich ist die Reduktion des Bruchrisikos bzw. das Verhindern von Brüchen im Einzelfall mit Verhindern von Spitalaufenthalten das Ziel der Osteoporosebehandlung.

SONOGRAPHIE = ULTRASCHALL (US)

Der Begriff ′Sono′ stammt aus dem Griechischen und bedeutet ′Ton′ oder ′Schall′.
′Graphie′ bedeutet ′Aufzeichnung′. Die Sonographie ist also ein Verfahren, das Schallwellen aufzeichnet bzw. sichtbar macht. Die Schallwellen die verwendet werden liegen im Ultraschall-Bereich, mit Ultraschall bezeichnet man Schall mit Frequenzen oberhalb des Hörfrequenzbereichs des Menschen.

Mittels Sonographie können die verschiedensten Gewebe untersucht werden. In der Rheumatologie liegt der hohe Stellenwert dieser Untersuchung vor allem in der Beurteilung der verschiedenen Gelenke, Muskeln und Sehnen. So können anhand der Ultraschalluntersuchung zuverlässig Flüssigkeitsansammlungen in Gelenken, entzündliche Prozesse in Gelenken oder Sehnen oder aber Muskel- und Sehnenläsionen diagnostiziert werden. Die Beurteilung der Wirbelsäule und des Rückenmarks ist mit dieser Untersuchung aber nicht möglich. Im Weiteren können mithilfe von der Sonographie kleine Flüssigkeitsmengen gezielt für die weitere Diagnostik gewonnen werden oder Medikamente unter Sicht gezielt in Gelenke oder Schleimbeutel gespritzt werden. Ein weiteres Einsatzgebiet ist das sogenannte Needling bei Kalkschultern.

Die Vorteile der Ultraschalluntersuchung überwiegen die Nachteile bei weitem. Nachteilig ist höchstens die Notwendigkeit von Gel für die Untersuchung sowie die Untersucherabhängigkeit (die Untersuchung ist nur so gut, wie der Untersucher bzw. wie die Erfahrung des Untersuchers). Als Vorteile zu erwähnen sind die rasche Verfügbarkeit (kein zusätzlicher Termin beim Röntgen), die fehlende Strahlenbelastung im Vergleich zu den meisten anderen bildgebenden Verfahren sowie die flexible bzw. dynamische Untersuchung mit erkennbaren Bewegungen (Echtzeit-Bildgebung).

Die Manuelle Medizin ist keine Erfindung der modernen Zeit. Im 19. Jahrhundert begannen sich verschiedene medizinische Gruppierungen in den USA und Europa mit diesen Methoden zu beschäftigen. In der Schweiz ist der Begriff ′Manuelle Medizin′ weniger bekannt. Mehr verbreitet ist der Begriff ′Chiropraktik′, was eigentlich dasselbe wie Manuelle Medizin ist. Nur, dass die Manuelle Medizin nicht von einem Chiropraktor, sondern von einem medizinisch ausgebildeten Facharzt ausgeübt wird.

In der Manuellen Medizin sind die Hände des Arztes (lateinisch manuell = mit der Hand) das wichtigste Untersuchungs- und das einzige Behandlungsinstrument. Mit seinen Händen ertastet der Arzt für Manuelle Medizin sorgfältig Ihre Muskeln, Sehnen, Gelenke und erspürt Verspannungen, Blockaden und andere Funktionsstörungen Ihrer Wirbelsäule oder anderer Gelenke, die Ihnen Schmerzen bereiten können.

Aufgrund seines Wissens als Arzt vermag er seinen Tastbefund in Ihre persönliche Situation einzuordnen und daraus die richtige manuelle Behandlung für Sie abzuleiten. Sanft und gezielt beseitigt er so mit speziellen Handgriffen und abgestimmten Bewegungen die von ihm festgestellten Ursachen Ihrer Beschwerden. Die manuelle Behandlung ist sehr wirksam, schmerzlos und schonend. Diese Methode wird häufig bei akuten und chronischen Rückenbeschwerden oder Bewegungseinschränkungen der Gelenke eingesetzt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Schweizerischen Gesellschaft für Manuelle Medizin: www.samm.ch